Da bei der ersten Ausstellung 1988 die Bastelobjekte auf Tischen und in Vitrinen lediglich in Reih und Glied aufgestellt zu bewundern waren, sollte sich bei der nächsten Weihnachtsausstellung 1989, die nach dem enormen Zuspruch durch die Besucher bereits beschlossene Sache war, "etwas bewegen". Hierfür schien eine Modellbahnanlage natürlich am geeignetsten zu sein. Gründungsmitglied und jetziger 1. Vorsitzender Hans Joachim Hubrich war damals der einzige HO-Modellbahner mit genügend Rollmaterial, weshalb die Anlage dann in dem von ihm favorisierten Märklin-Zweileiter-Wechselstrom-System erbaut wurde. Darauf hin hat dann fast jedes Mitglied "sein" Modul-Grundgestell (offene Rahmenbauweise aus 13-mm-Tischlerplatten) mit nach Hause genommen und sich ans Werk gemacht. Als die Anlage nach einem Jahr Bauzeit zusammengefügt wurde, hatte sie damals schon die beachtliche Länge von 20 Metern. Sie wurde von Anfang an in Modulbauweise konzipiert und die einzelnen Teilstücke waren in der Regel 1 oder 2 Meter lang bei einer Tiefe von 8o cm. Sondermodule mit abweichenden Maßen waren jedoch ebenfalls möglich, da man sich als Übergänge auf eine vereinseigene Norm geeinigt hatte, was auch die Austauschbarkeit untereinander ermöglichte.

Bei der Anlagenkonzeption sollte von Anfang an nicht der reine Fahrbetrieb mit möglichst vielen Gleisen im Vordergrund stehen, sondern verschiedene aneinander gereihte Landschaftsmotive, durch die wie in Wirklichkeit ab und zu ein Zug fährt. Die Landschaftsgestaltung wurde in verschiedensten Techniken, je nach Vorliebe des Erbauers, vorgenommen. Als beste Methode zum Geländebau hat sich bei uns die Verarbeitung von Wellpappe aller Art mittels Heißkleber (billig, leicht und sehr stabil) bestens bewährt . Ergänzt werden kann diese Bauweise dann durch die bekannten Bauweisen mit Fliegendraht, Gips, Styropor, Baumrinde und vieles mehr. Die Natur liefert jedoch ebenfalls viele Ausschmückungs- und Streumaterialien, und dies ohne finanziellen Aufwand. Die Ausstattung mit Gebäuden, Signalen, Modellautos und anderem Zubehör stammt von fast allen gängigen Anbietern auf dem Markt, jedoch sind auch Um- und Eigenbauten zu finden.

Die Steuerung erfolgte im Grunde auch von Anfang an durch eine selbst entwickelte Blocksteuerung mit Reed-Kontakten und Magneten am letzten Wagen jedes Zuges, die sich bis heute bewährt hat. Bei der ersten Präsentation der Anlage war sogar schon ein 6-gleisiger Schattenbahnhof im Einsatz. Zwei bereits damals im Verein tätige Elektronikexperten hatten zur automatischen Steuerung hierfür eine ausrangierte Flaschenabfüllanlage (!) umgebaut.
Betrieben wird die gesamte Anlage neuerdings vollautomatisch über eine selbstentwickelte SPS-Steuerung, mit der in der Endausbaustufe rund 35 Züge gleichzeitig gefahren werden können. Die gesamte Gleislänge haben wir bisher nicht genau ermittelt, schätzungsweise sind es jedoch ca. 300 Meter.

Nach Abschluss dieser "Bastelarbeiten im Maßstab 1 : 1" wurde dann Ende des Jahres 2ooo beschlossen, die mittlerweile "in die Jahre gekommene" Anlage neu zu konzipieren. Da die Anlage jetzt nicht mehr transportiert werden muss und auch soll, wurde die Modulbauweise aufgegeben (ältere Anlagenteile sind aber noch integriert und können durch gleichartige ersetzt werden). Auch die bisherige Aufstellungsgeometrie der Anlage wurde geändert, so daß die neue Grundform nunmehr einem großen E gleicht. Auf den beiden Außenschenkeln und der Querverbindung wird das bisherige Anlagenkonzept im Prinzip weitergeführt. Bisher wurde die zweigleisige Strecke nur durch einen Stromkreis versorgt (Hundeknochen). Aus fahrtechnischen Gründen sind jetzt jedoch zwei getrennte Stromkreise zu finden, die sich im Stadtbahnhof treffen und in der letzten Ausbaustufe dort automatisch kreuzen können. Hier werden nur Dampf- und Dieselloks mit Wagengarnituren aus verschiedenen Epochen verkehren. Dafür haben wir auf dem mittleren Schenkel eine unabhängig und digital gesteuerte, ebenfalls zweigleisige "Schnellfahrstrecke" mit Oberleitung für die Epoche 5-Fans geplant. Sie ist schienenseits (Märklin K-Gleis) so ausgelegt, dass alternativ auch auf Gleichstrombetrieb umgestellt werden kann. Hier soll auch noch eine eingleisige Nebenstrecke mit Nostalgiebetrieb integriert werden. Mehrere auf die gesamte Anlage verteilten Schattenbahnhöfe garantieren darüber hinaus einen abwechslungsreichen Betrieb. Als Anlagenthemen wurden und werden vielfältige Ideen verwirklicht. Zwar ohne konkretes Vorbild, gibt es eine größere Stadt mit Kreuzungsbahnhof, einen kleinen Binnenhafen, ein Bergwerk und einen Steinbruch, verschiedene Baustellen, eine ausladende Gebirgslandschaft nach Schweizer Vorbild u.a. mit Gebirgsbahn und Faller-Car-System, ein Dampf-Betriebswerk, eine Bundeswehr-Kaserne mit Gleisanschluss und viele weitere Detailszenen.

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